Andrej Tschmil

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Andrej Tschmil (in Belgien: Andreï Tchmil; * 22. Januar 1963 in Chabarowsk, Russland) ist ein ehemaliger Profi-Radrennfahrer, der 1998 die belgische Staatsbürgerschaft annahm. Er gehört zu den typischen Klassikerjägern und überraschte seine Konkurrenz immer wieder durch eindrucksvolle, mit Cleverness, großer Kampfkraft und solider Tempohärte herausgefahrene Erfolge.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Fahrerprofil und sportliche Entwicklung

Tchmil ist ein typischer Vertreter der ersten Generation von Profis aus den ehemaligen Ostblock-Staaten. Sein erstes Team Alfa Lum war auch gleichzeitig das erste sowjetische Profi-Team (das allerdings unter italienischer Lizenz fuhr). Nach seinem Übertritt ins Profilager brauchte er zunächst einige Zeit, um bei den klassischen Rennen vordere Plätze zu belegen. Am erfolgreichsten war er als Mitglied der belgischen Lotto-Mannschaft, was auch erheblich dazu beitrug, dass er 1998 die belgische Staatsbürgerschaft annahm. Beim Giro d'Italia, an dem er zwei Mal teilnahm, fuhr er eher unauffällig.

Andreï Tchmil ist ein typischer Allrounder, konnte aber auch im Sprint immer wieder vordere Plätze belegen. Er ist ein tempoharter Fahrer. Im Laufe der Zeit entwickelte er ein gutes Gespür für taktisch günstige Situation, die er konsequent nutzte – wie etwa bei seinem Mailand-San Remo-Sieg 1999, als er kurz vor dem Ziel wegsprang und die gesamte namhafte Konkurrenz düpierte.

Von den fünf „Monumenten des Radsports“ konnte er immerhin drei gewinnen, neben dem erwähnten Mailand-San Remo die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix – weitere Podiumsplätze runden seine Leistung als Klassikerjäger ab. 1991 wurde Andreï Tchmil letzter sowjetischer Meister, bevor die Auflösung der Sowjetunion am 8. Dezember 1991 beschlossen wurde.

Ein Sturz bei den Drei Tagen von de Panne zwang ihn 2002 dazu, seine Karriere zu beenden. Später fungierte er als Teammanager des Teams Chocolade Jacques.

Seit August 2006 ist er Sportminister von Moldawien.

[Bearbeiten] Mannschaften

  • Alfa Lum (1989-1990)
  • SEFB (1991)
  • GB-MG (1992-1993)
  • Lotto – diese Mannschaft trat wegen wechselnder Co-Sponsoren unter verschiedenen Namen auf: Lotto-Isoglass, Lotto-Mobistar, Lotto-Adecco (1994-2002, Karriereende)

[Bearbeiten] Liste der Erfolge

[Bearbeiten] Podiumsplätze bei Klassikern und Halbklassikern

[Bearbeiten] Erfolgreiche Teilnahme an großen Rundfahrten

[Bearbeiten] Sonstige Erfolge

  • Weltcup-Sieger 1999 (Vorgänger der UCI ProTour), 2./1995, 2./2000 und 3./1994
  • Sowjetischer Meister 1991
  • Zweiter bei der Tirreno-Adriatico 1993

[Bearbeiten] Weblinks